WWDC 2014: Vorschau auf iOS 8

Die Keynote der WWDC 2014 stand ganz im Zeichen der Entwickler und der beiden Plattformen auf denen sie sich austoben können; und so gab es neben einer Vorschau auf OS X Yosemite auch einen Vorgeschmack auf iOS 8, das ebenfalls für Herbst angekündigt wurde. Viele Detailänderungen treffen tatsächlich auf beide Betriebssysteme zu, die noch enger verzahnt wurden.

ios-8-preview WWDC 2014: Vorschau auf iOS 8 Apple iOS Software Benachrichtigungen sind nun interaktiv. Auf Nachrichten kann direkt geantwortet werden, ohne die jeweilige App tatsächlich aufrufen zu müssen. Kalendereinladungen kann man annehmen oder ablehnen – entsprechend der App, die eine Benachrichtigung wirft, sind die Optionen hier kontextsensitiv. In Mail kann man das Fenster, in dem man gerade eine neue Mail verfasst, nach unten schieben und aus anderen Mails Dinge herauskopieren – Multitasking light. Weitere Designentscheidungen in iOS 8 findet ihr hier.

Apple hat die eigene Tastatur verbessert, diese kann jetzt tatsächlich Wortvorhersage und hört auf den Namen “Quicktype“. Wem das nicht weit genug geht, kann sich endlich auch jede andere Tastatur installieren, die ein Drittanbieter in den App Store stellt. Zum Beispiel Swype.

third_party_screen WWDC 2014: Vorschau auf iOS 8 Apple iOS Software

Family Sharing kann bis zu sechs Apple-IDs an eine Kreditkarte/Zahlungsinformation binden, das hat den Vorteil, dass Papa oder Mama jetzt über die Käufe der Kleinen, auf ihren Geräten, informiert wird und den Erwerb von Schlumpfbeeren unterbinden kann. Eltern können so Käufe freigeben und Abrechnungsdesaster verhindern. Doch Family Sharing geht über die bloße Kontrolle hinaus, egal wer sich in der Familie etwas kauft, alle anderen haben auch sofort Zugriff darauf. Sei es eine App, ein Lied oder ein Film. Natürlich werden so auch Bilder (im Fotoalbum der Familie) und Aufenthaltsorte (über Find My Friends) geteilt, wenn man das denn will.

icloud-drive WWDC 2014: Vorschau auf iOS 8 Apple iOS Software

Der iCloud  Drive hält natürlich auch auf iOS Einzug und erleichtert den Austausch von Dateien zu Apps, die damit umgehen können. Ein Teil von iCloud wird die veränderte Art mit Fotos umzugehen, statt einem Photostream gibt es dann die iCloud Photo Library, eine entsprechende Geschwister-App für Mac OS befindet sich noch in der Entwicklung (und ist von iPhoto verschieden). In den neuen Photos Apps lassen sich auch direkt Veränderungen vornehmen, ohne die iPhoto App bemühen zu müssen. Die Bibliothek kommt mit 5 GB kostenlosem iCloud-Speicher, 20 GB kosten 99c/Monat und 200 GB $3.99/Monat. Das geht dann in noch unbestimmten Preisstufen hoch bis 1 TB Speicherplatz.

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Messages wird immer mehr zu WhatsApp und kann jetzt auch den Standort, Audionachrichten und Videonachrichten verschicken.

Apple Health App versteht sich als Hub für alle anfallenden persönlichen Daten zur Gesundheit & Fitness, wobei Apple sich hier bei Microsofts HealtVault hat inspirieren lassen. Die App aggregiert alle Daten anderer Apps, so denn deren Entwickler die Schnittstelle HealthKit in diese Apps integrieren. Die Fitbit-App könnte damit z.B. die vom Tracker (Force, Flex..) gesammelten Daten auch an die Health App weiterleiten. Neben den ganzen unterschiedlichen trackbaren Datensätzen (Schlaf, Kalorienverbauch über Schrittzähler, Puls und Blutdruck, Gewicht) kann man in der App eben auch Diagnosen, Laborergebnisse und Medikationen festhalten.

health WWDC 2014: Vorschau auf iOS 8 Apple iOS Software

Vorteil der Aggregation: nicht jeder Tracker muss vom selben Hersteller kommen. Hat man die Waage von Withings, den Pulsmesser von Runtastic und den Schrittzähler von Fitbit, laufen die jeweils gesammelten Daten dort zusammen.  In wie weit, die einzelnen Hersteller dem folgen werden – schließlich hat das Einsperren in das eigene Ökosystem Apple ja mal vorgemacht – und ihre Daten mit Health teilen werden, bleibt abzuwarten.

Spotlight ist ähnlich schlau wie auf dem Mac und im Notification Center gibt es nun auch App-Widgets, wie sie auch für Mac OS X Yosemite vorgestellt wurden. Siri hat ein paar neue Tricks im Ärmel und kann in iOS 8 – wie Google Now auf dem Moto X mit “OK, Google Now” – mit “Hey, Siri”, freihand bedient werden. Sie kann außerdem – dank Shazam-Integration – auch Musik direkt erkennen und wenn Entwickler vom HomeKit Gebrauch macht, kann sie auch die Lichter im Raum dimmen.

Für Entwickler kamen auch hier extrem viele neue Kits hinzu, wobei gerade bei 3D-Spielen der Umstieg von OpenGL ES auf Metal (vom Umstieg von Objective-C auf Swift einmal abgesehn) wohl mit am bedeutendsten ist. Ein weiteres Kit für Entwickler, dass helfen soll Heimautomation zu vereinheitlichen, ist das angesprochene HomeKit. Eine unüberschaubare Anzahl von Protokollen soll durch das neue gemeinsame Framework ersetzt werden, so dass alle möglichen Smart-Devices (Garagentoröffner, LEDs, Thermostate, Sicherheitskameras etc.) mit iOS kommunizieren können und durch Siri bedienbar werden.

iOS 8 wird zu erstaunlich vielen iDevices kompatibel sein (sogar zum iPad 2), einzig das iPhone 4 muss draußen bleiben.

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weiterführender Link: iOS 8 Preview

Der Mitschnitt der WWDC-Keynote ist inzwischen hier verfügbar.

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Bloggt über Technik und kritisiert andernorts Filme. Versucht das Wesentliche vom Unsinn zu trennen und ist passionierter Burgerfotograf.

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